Anbindung von Ladestationen an neoom CONNECT über OCPP
Viele OCPP-fähige Ladestationen können im neoom Energiemanagementsystem CONNECT Ai überwacht (Monitoring) werden. Eine aktive Steuerung (z. B. intelligentes oder dynamisches Laden) ist jedoch nicht automatisch für alle OCPP-Ladestationen möglich. Dafür ist in der Regel eine herstellerspezifische Integration notwendig. Dieser Artikel erklärt, warum das so ist.
Was bedeutet OCPP grundsätzlich?
OCPP (Open Charge Point Protocol) ist ein offener Kommunikationsstandard für Ladestationen. Er definiert, welche Nachrichten grundsätzlich ausgetauscht werden können – zum Beispiel:
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Status der Ladestation
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Aktuelle Ladeleistung
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Beginn und Ende eines Ladevorgangs
Wichtig: OCPP legt nicht vollständig fest, wie einzelne Funktionen technisch umgesetzt werden müssen. Genau hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen Lesen (Monitoring) und Steuern.
Monitoring: Warum das meist generisch funktioniert
Für das Monitoring (also das reine Auslesen von Daten) nutzt neoom CONNECT Ai eine weit verbreitete OCPP-Spezifikation, die von rund 90 % der Ladestationen zumindest teilweise unterstützt wird.
Selbst wenn das Monitoring bei einer Ladestation nicht perfekt funktioniert:
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entstehen keine sicherheitskritischen Probleme
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schlimmstenfalls sind einzelne Messwerte unvollständig oder fehlerhaft
Das ist aus Betriebssicht akzeptabel, da der eigentliche Ladevorgang davon nicht beeinträchtigt wird.
Daher bietet neoom Monitoring für viele OCPP-Ladestationen generisch an – allerdings ohne Garantie für vollständige Datenqualität.
Steuerung: Warum das nicht generisch möglich ist
Bei der Steuerung greift das Energiemanagementsystem neoom CONNECT Ai aktiv in den Ladevorgang ein, z. B. für:
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intelligentes Laden
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PV-Überschussladen
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Lastmanagement
Hier zeigt sich ein zentrales Problem von OCPP in der Praxis:
1. Hersteller interpretieren OCPP unterschiedlich
Obwohl alle von OCPP sprechen, unterscheiden sich die Details erheblich:
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Manche Ladestationen erwarten Leistungswerte (kW)
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andere benötigen Ladestrom (A)
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wieder andere setzen zusätzliche oder abweichende Parameter voraus
Diese Unterschiede sind oft:
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nicht dokumentiert
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nur durch aufwendige Tests herauszufinden
2. Charging Profiles sind nicht einheitlich
Die OCPP-Funktion „Charging Profiles“ ist zentral für die Steuerung – wird aber von Herstellern sehr unterschiedlich umgesetzt.
Das führt dazu, dass eine generische Steuerlogik:
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bei vielen Geräten nicht korrekt greift
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oder im schlimmsten Fall dazu führt, dass
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das Laden nicht startet
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das Laden unerwartet abbricht
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falsche Leistungsgrenzen gesetzt werden
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3. Unsere Erfahrung zeigt:
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70 % oder mehr der Hersteller würden bei generischer Steuerung Probleme verursachen
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Für reines Monitoring ist das akzeptabel. Für aktive Steuerungsfunktionen ist das nicht vertretbar.
Warum neoom auf spezifische Integrationen setzt
Durch herstellerspezifische Integrationen kann neoom:
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die Steuerlogik exakt auf die jeweilige Ladestation abstimmen
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sicherstellen, dass Funktionen wie intelligentes Laden zuverlässig funktionieren
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vermeiden, dass das Laden beim Kunden komplett ausfällt
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unnötigen Support- und Fehleraufwand reduzieren
Fazit
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✅ Monitoring: Für viele OCPP-Ladestationen generisch möglich (ohne Garantie)
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⚠️ Steuerung: Nur mit herstellerspezifischer Integration sinnvoll und sicher
OCPP ist ein wichtiger Standard – aber in der Praxis kein Plug-and-Play-Versprechen für komplexe Steuerungsfunktionen im Energiemanagement.